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01-02-17
Suchthilfe muss geschlechtsspezifisch handeln, um Erfolge zu erzielen / Fachkonferenz

Wo steht die Gender-Sucht-Debatte heute? Wie gendersensibel arbeitet die Suchthilfe? Wie sehen neue Entwicklungen und Erkenntnisse aus? Gibt es Aspekte, die noch nicht hinreichend bedacht wurden? Welche bewährten Strategien sollten nochmals in den Fokus gerückt werden? Und welche Beispiele guter Praxis lassen sich ausmachen?


Die Fachkonferenz „Geschlecht und Sucht – Wie gendersensible Suchtarbeit gelingen kann“ an der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) geht diesen Fragen nach. Sie findet vom 01. bis 02. März 2017 statt. Eine Anmeldung ist erforderlich; die Teilnahmegebühr beträgt 130 Euro (ermäßigt 80 Euro für Studierende, Arbeitslose und Harz IV-Empfänger/-innen).

„Gendergerechtigkeit und Geschlechterdifferenzierung sind fachlich als Querschnittsthemen in einer innovativen und zukunftsweisenden Suchthilfe nicht mehr wegzudenken und gehören zu deren Qualitätsmerkmalen. Wenn wir in der Suchtprävention/-beratung/-therapie und -nachsorge nicht geschlechtsspezifisch vorgehen, werden wir und unsere Klientel die vereinbarten Ziele nicht erreichen können. Frauen und Männer sind unterschiedlich süchtig, deshalb bietet dieser Ansatz die besten Erfolgschancen“, erklärt Prof. Dr. Heino Stöver, geschäftsführender Direktor des Instituts für Suchtforschung (ISFF) an der Frankfurt UAS. „Männer trinken, rauchen und kiffen oft zunächst in einer Art Initiationsritus - etwa im Kontext der Eroberung öffentlicher Räume. Sie demonstrieren mit ihrem Substanzmissbrauch Stärke und Dominanz – oft als Kompensation von Unsicherheiten und Überforderungen. Starker Alkoholkonsum und verschiedenste Formen der Abhängigkeitserkrankung gelten bei Frauen eher als peinlich. Frauen bevorzugen leichtere Alkoholika, trinken und kiffen eher heimlich und favorisieren euphorisierende Medikamente. Nur wenige jüngere Frauen versuchen, mit dem männertypisch imponierenden Substanzmissbrauch Schritt zu halten. Neben den psychisch-gesellschaftlichen Rollenanforderungen begrenzt bei Frauen auch ein physiologischer Umstand den Substanzkonsum: Die Leber ist kleiner, die Verträglichkeit geringer.“

Die Konferenz wird Neues und Bewährtes für eine gendersensible Suchtarbeit vorstellen. In Vorträgen, Workshops und World-Cafés haben die Teilnehmenden die Möglichkeit diese Ansätze zu diskutieren und zu vertiefen. So kann die jeweilige Genderkompetenz und -sensibilität gestärkt werden, damit die Gestaltung gendergerechter Strukturen und Maßnahmen in den Institutionen der Suchthilfe noch besser gelingen kann. Die Konferenz richtet sich vorrangig an Sozialarbeiter/-innen, Therapeutinnen und Therapeuten sowie Studierende entsprechender Fachrichtungen.

Die Kernfragen der Tagung sind auch in dem Fachbuch „Geschlecht und Sucht – Wie gendersensible Suchtarbeit gelingen kann“, das im September 2016 erschienen ist, behandelt worden. „In dem Werk sind viele interessante Beiträge zusammengetragen, die wichtige Impulse für die Weiterentwicklung einer geschlechtergerechten Suchthilfepraxis liefern“, so Stöver, der den Band gemeinsam mit Doris Heinzen-Voß (Impulswechsel, Duisburg) herausgegeben hat. Die 14 Autorinnen und Autoren tragen differenziertes empirisches Wissen aus der Sozialarbeit, Psychologie und Medizin zusammen.

Termin Fachkonferenz „Geschlecht und Sucht“: 01. März 2017, 11.00-17.00 Uhr (plus Abendkulturprogramm) und 02. März 2017, 09.30-15.00 Uhr
Ort: Frankfurt University of Applied Sciences, Nibelungenplatz 1, 60318 Frankfurt am Main, Gebäude 4, 1. Stock, Raum 112
Anmeldung: per E-Mail oder Brief an: Institut für Suchtforschung Frankfurt am Main, Daniela Jamin oder Christina Padberg, BCN-Gebäude, Raum 220, Nibelungenplatz 3, 60318 Frankfurt am Main; E-Mail: jamin@stud.fra-uas.de; padberg@stud.fra-uas.de; Telefon: 069/1533-2819
Kosten: 130 Euro (ermäßigt 80 Euro für Studierende, Arbeitslose, Harz IV-Empfänger/-innen)
Anmeldeformular und Programm: Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterhttps://www.frankfurt-university.de/fileadmin/de/Fachbereiche/FB4/Forschung/ISFF/Veranstaltungen/2017/Einladung_Geschlecht_und_Sucht_M%C3%A4rz.pdf

Programm

Mittwoch, 01. März 2017
10.00-11.00 Uhr: Anreise und Anmeldung
11.00-11.30 Uhr: Begrüßung/Grußwort: Regina Ernst, Leiterin des Drogenreferats der Stadt Frankfurt
11.30-12.00 Uhr: Vortrag: „Gendersensible Suchtarbeit – woher und wohin?“, Doris Heinzen-Voß, Impulswechsel, Duisburg
12.00-12.30 Uhr: Vortrag: „Männerspezifische Suchtarbeit – Praxis und Praxisanforderungen“, Prof. Dr. Heino Stöver, ISFF, Frankfurt
12.30-13.00 Uhr: Vortrag: „Trauma und Sucht“, Dr. Wibke Voigt, Fachklinik Kamillushaus, Essen
14.00-15.00 Uhr World-Cafés zu folgenden Themen:
1. Arbeit mit gewaltbetroffenen Männern, Gastgeber: Hans-Joachim Lenz, Forsche Männer und Frauen, Freiburg
2. Eltern – Kinder – Sucht, Gastgeberin: Prof. Dr. Irmgard Vogt, ISFF, Frankfurt
3. Crossover - Frauen in der Arbeit mit suchtmittelabhängigen Männern, Gastgeberin: Doris Heinzen-Voß, Impulswechsel, Duisburg
15.15-17.00 Uhr Workshops zu folgenden Themen:
1. Männersensible Elemente in der Suchtberatung und Suchtbehandlung, Dr. Arnulf Vosshagen, ehem. ltd. Psychologe der Fachklinik Kamillushaus, Essen (nur für Männer, Frauen nicht zugelassen)
2. „Sicherheit Finden“ – ein Therapieprogramm für traumatisierte Suchtpatientinnen und -patienten, Dr. Wibke Voigt, Fachklinik Kamillushaus, Essen
3. Gestaltung einer gendersensiblen Suchtarbeit, Dr. Christel Zenker, Berlin (in Pension)
17.30-19.00 Uhr: kulturelles Abendprogramm

Donnerstag, 02. März 2017
09.30-11.00 Uhr: Vortrag und Diskussion: „Gendersensible Suchtprävention“, Marie-Louise Ernst, SuchtSchweiz, Lausanne, Schweiz
11.30-12.30 Uhr: Vortrag und Diskussion: „Drogenkonsum bei Männern, die Sex mit Männern haben. Aktueller Forschungsstand“, Prof. Dr. Daniel Deimel, Katholische Hochschule NRW, Aachen
13.30-14.30 Uhr: Vortrag und Diskussion: „Frauen und Substanzabhängigkeit“, Dr. Monika Vogelgesang, AHG Klinik Münchwies, Neunkirchen
14.30-15.00 Uhr: Resümee und Ausblick

Kontakt: Frankfurt University of Applied Sciences, Fachbereich 4: Soziale Arbeit und Gesundheit, Prof. Dr. Heino Stöver, Telefon: 069/1533-2823, E-Mail: hstoever@fb4.fra-uas.de

Weitere Informationen zum Institut für Suchtforschung unter: http://www.frankfurt-university.de/isff

Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterBuchveröffentlichung: Doris Heinzen-Voss, Heino Stöver (Hrsg.), Geschlecht und Sucht - Wie gendersensible Suchtarbeit gelingen kann. Pabst Science Publishers 2016. 232 Seiten. ISBN print 978-3-95853-237-3. ISBN Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenstere-book 978-3-95853-238-0




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