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23-01-16
Berufsmotive angehender Lehrer/innen: Der Idealismus ist ungleich verteilt

Empirische Sonderpädagogik: Über die Berufsmotive angehender LehrerInnen wird viel spekuliert. Professor Dr. Ewald Kiel und Kollegen (München) haben etwa 1500 Lehramtsstudierende befragt. Mehr als die Hälfte gibt idealistische Ambitionen an - v.a. den Wunsch, Kinder und Jugendliche zu fördern; insbesondere Gymnasial- und Sonderschulehrer sind in diesen Gruppen vertreten. Die Studie erschien in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Empirische Sonderpädagogik".


Die Wissenschaftler teilen die angehenden Lehrer/innen in drei Gruppen ein:
 
Cluster 1 - etwa ein Viertel der Befragten - ist durch eine höhere intrinsisch-fachliche Motivation gekennzeichnet. Pädagogisches Arbeiten, Schülerinnen und Schüler zu fördern, Verantwortung zu übernehmen, ebenso der berufliche Idealismus haben einen hohen Stellenwert. Gleichzeitig werden extrinsische Motive hoch gewichtet - insbesondere die selbstbestimmte Arbeits- Zeiteinteilung und die Vereinbarkeit von Familie mit Beruf. Angehende Grundschullehrer sind in dieser Gruppe stark vertreten, ähnlich auch Sonderpädagogen mit dem Förderschwerpunkt "Lernen".
 
Cluster 2 - unwesentlich kleiner als Cluster 1 - zeichnet sich durch eine noch höhere intrinsisch-pädagogische und intrinsisch-fachliche Motivation aus. Der idealistische Wunsch, junge Menschen zu fördern, ist noch ausgeprägter. Extrinsische Aspekte - Vereinbarung von Beruf und Familie, Sicherheit usw. - treten demgegenüber stark zurück. Neben angehenden Gymnasiallehrern sind v.a. künftige Sonderpädagogen der Förderschwerpunkte Geistige, Emotionale, Soziale Entwicklung in diesem Cluster überrepräsentiert.
 
Cluster 3 - fast die Hälfte der Befragten - zeigt eine deutlich geringere intrinsisch-pädagogische und fachliche Motivlage als die beiden anderen Cluster. Extrinsische Motive wie Familienverträglichkeit der Arbeit und berufliche Sicherheit sind geringer ausgeprägt als in Cluster 1, jedoch deutlich höher als in Cluster 2. In der dritten Gruppe sind v.a. künftige Gymnasiallehrer stark vertreten.




Ewald Kiel, Ulrich Heimlich, Reinhard Markowetz, Sabine Weiß: Gemeinsam und doch unterschiedlich - Ein Vergleich der Berufswahlmotive von Studierenden der verschiedenen sonderpädagogischen Fachrichtungen und der Regelschularten. Sonderpädagogik 4-2015, S. 300-319









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