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03-11-15
Umweltpsychologie: Die Verkehrsformen werden vielfältiger, das Fahrrad erlebt eine Renaissance

Senioren fahren mit ihren Autos mehr denn je. Für die nachwachsende Generation hat das Auto seine herausragende Bedeutung verloren: Jüngere sind zwar nicht weniger unterwegs, nutzen jedoch statt oder neben dem PKW das Fahrrad oder den öffentlichen Nahverkehr. Rechnet man das Fahrverhalten von Älteren und Jüngeren gegeneinander, ergibt sich ein etwa stabiles Verkehrsaufkommen. Die aktuelle Ausgabe der Fachzeitschrift "Umweltpsychologie" analysiert die aktuellen Fakten der "Mobilitätspsychologie".


Dr. Tobias Kuhnimhof erläutert in "Umweltpsychologie": Wenn man den Rückgang des PKW-Besitzes unter jungen Erwachsenen seit 1998 analysiert, "stellt man fest, dass dieser Rückgang zu etwa zwei Dritteln durch sozio-ökonomische Veränderungen begründet ist. Kleinere Haushalte, späterer Eintritt ins Berufsleben, geringere Einkommen, höherer Anteil junger Menschen in Städten, das sind die wesentlichen Gründe. Ich würde sagen, der entscheidende Treiber dahinter ist die Bildungsexpansion. Wir hatten in dieser Zeit stark ansteigende Anteile der Jahrgänge, die ins Studium gehen. Wer studiert, geht in die nächste Stadt, lebt einen urbaneren Lebensstil, hat erst später ein vernünftiges Einkommen ..." Seit 2008 sinkt die Auto-Nutzung in der jüngeren Generation nicht mehr, sondern hält sich etwa konstant.
 
Professor Dr. Gerd-Axel Ahrens merkt in "Umweltpsychologie" an: "Mobilitätsdienstleistungen wir Carsharing und Fahrradverleih haben sich aus der Nische heraus zu einem bedeutenden und für die Nutzer interessanten Angebot gewandelt. 2011 hatten wir in Deutschland noch unter 2000 Carsharer, 2014 waren es bereits 750.000 Meine These ist, dass alles, was der Mobilitätsverbund an Angebotsverbesserungen leistet und zwar nicht allein im Öffentlichen Nahverkehr, macht es den jungen Leuten leicht, auf´s eigene Auto zu verzichten. ..." Damit steigen Nutzung und Einkommen des öffentlichen Nahverkehrs kontinuierlich.
 
Lediglich etwa zehn Prozent der Gesellschaft sind Nur-Autofahrer, etwa 90 Prozent nutzen nebeneinander verschiedene Verkehrsmittel. Je mehr Menschen mehrere Fortbewegungsmittel verwenden, desto geringer werden Konfrontationen und Aversionen zwischen den Verkehrsteilnehmern. "Es ist mehr Verständnis füreinander da," resümiert Kuhnimhof einen gewissen Kulturwandel, der auch der Verkehrssicherheit zugute kommt. "Die Renaissance des Fahrrads wird in Europa weitergehen ..."




Umweltpsychologie 1(36) 2015, Schwerpunktthema: Mobilitätspsychologie - Wissenschaft trifft Praxis









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