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15-01-15
Psychosoziale Betreuung von Drogenabhängigen häufig katastrophal

Bei Drogenabhängigen hat sich die Substitution des Rauschgifts durch Pharmaka (z.B. Methadon) als Therapie durchgesetzt. Sie ist allerdings nur dann optimal, wenn sie von einer psychosozialen Betreuung begleitet wird. Letztere steht jedoch häufig nicht zur Verfügung; in derartigen Fällen wird die Substitutionstherapie oft generell verweigert. Sie ist jedoch "(über-)lebenswichtig und sollte deshalb sofort begonnen werden, wenn die ärztliche Indikation gestellt und die medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind", fordern die Professoren Heino Stöver und Daniel Deimel in ihrem Beitrag zur aktuellen Ausgabe von "Praxis - Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation".


Die Qualität der psychosozialen Betreuung Opiatabhängiger schwankt in Deutschland zwischen hervorragend und katastrophal. Stöver und Deimel berichten:
 
Sozialarbeiter und Ärzte "müssen die sozialen und die medizinischen Krankheitsfaktoren in ihr Behandlungskonzept integrieren, sie müssen die zersplitterte Zuständigkeit verschiedener Institutionen, Organisationen und Ämter für den Klienten/Patienten überbrücken und jeweils die Aspekte der anderen Profession im Auge behalten.
 
Zwar existieren mancherorts gut funktionierende interdisziplinäre multiprofessionelle Kooperationsformen zwischen Drogenhilfe und substituierenden Ärzten unter gegenseitiger Respektierung der jeweiligen Profession und fachlichen Kompetenz, doch sind diese positiven Erfahrungen keineswegs generalisierbar; denn nach wie vor gibt es vielerorts gravierende Kooperationsmängel. Mögliche Gründe sind u.a. fehlende zeitliche Ressourcen, mangelndes Interesse, Überforderung und fachliche Konflikte. Tatsächlich treten nicht selten schwerwiegende Kompetenzkonflikte auf, die sich sogar gelegentlich zur ´Zero-Kooperation´ ausprägen, wobei entweder Drogenberatungsstellen von bestimmten Ärzten keine Klienten mehr übernehmen oder Ärzte zu bestimmten Beratungseinrichtungen strikt keine Patienten mehr vermitteln. Omnipotenzgehabe auf beiden Seiten ist jedoch wenig hilfreich ..."




Daniel Deimel, Heino Stöver (Hrsg.) Psychosoziale Dimensionen der Suchttherapie. Praxis - Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation 1/2015.

 

H. Küfner, M. Ridinger: Psychosoziale Behandlung von Drogenabhängigen unter Substitution. Manual 2.0.

Pabst, 332 Seiten, ISBN 978-3-89967-434-7









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