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25-07-14
Psychohistorische Studie: Schwache und autoritäre Väter deformieren ihre Söhne

Vater und Sohn: Das Gewissen wird wesentlich von der Vater-Beziehung geprägt. "Im Sohn baut es ein Bild auf, das über die historische Generationenfolge weitergegeben wird. Dabei können die Auswirkungen bei einem schwachen oder abwesenden Vater ebenso fatal sein wie bei einem übermäßig autoritären und/oder repressiven Vater." Der Psychosomatiker Professor Dr. Rudolf Klußmann (München) hat diese häufig vernachlässigte Problematik regelmäßig beobachtet und analysiert. In seiner psychohistorischen Studie "VäterSöhne" veranschaulicht er sie anhand von Entwicklungen in großen Herrscherfamilien - Hohenzollern, Tudors und Habsburger.


Die Schwäche oder das autoritäre Verhalten des Vaters kann über Generationen hinweg Konsequenzen tradieren. "Die Folge können überaggressive bis destruktive oder auch schlaffe Söhne sein. Insgesamt ist die individuelle wie psychosoziale Entwicklung beeinträchtigt und die Möglichkeit zur Ausbildung einer gesunden männlichen Identität eingeschränkt. Die damit verbundene Selbstwertproblematik wird in der Folge als Minderwertigkeitsgefühl in Form symbiotischer Abhängigkeit ausgelebt. Sie kann sich aber auch überkompensatorisch als Überheblichkeit, Grandiosität, ausschweifendes Verhalten, Destruktivität ausdrücken, in der wenigstens nach außen hin ´Männlichkeit´ gezeigt werden soll.

Häufig kommt es auch zu körperlich-krankhaften Erscheinungen als Ausdruck eines seelischen Entwicklungsmangels. Krankheitsmanifestationen können sich - je nach individueller Vorerfahrung und/oder auch genetischer Ausstattung - in allen Körpersystemen und -organen widerspiegeln. Sie werden nach heutiger Auffassung u.a. als innerpsychische Abwehr angesehen, die frühe Erfahrungsdefizite mit einer nachfolgenden Selbstwertproblematik überspielen und gleichsam vergessen machen ..."

Im Zentrum der psychohistorischen Studie Klußmanns stehen die Hohenzollern. Deren "Geschichte ist von Vater-Sohn-Beziehungen besonderer Art geprägt. Die Distanz der Väter zu ihren Söhnen war meist groß. Ebenso groß war die gegenseitige Abhängigkeit, die oft eng mit der Frage der Nachfolge in Verbindung stand. Emotional aufeinander bezogene, gegenseitig einander achtende, partnerschaftliche Beziehungen scheint es zwischen den Hohenzollern-Vätern und ihren Söhnen nicht gegeben zu haben ..." Folgten daraus auch politische oder kriegerische Ambitionen und Entscheidungen?




Rudolf Klußmann: VäterSöhne - Charaktere und Konflikte, Eine psychohistorische Studie

Pabst, 192 Seiten, ISBN 978-3-89967-085-1









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