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Progredienzangst: die Angst vor der Rückkehr einer Krebserkrankung.

Wer einmal in seinem Leben an Krebs erkrankt ist, muss mit der Befürchtung leben, die Erkrankung könnte wieder auftreten. Diese sogenannte Progredienzangst tritt bei den meisten ehemaligen Krebspatienten auf – bei manchen allerdings nimmt sie derart große Ausmaße an, dass eine psychotherapeutische Behandlung der Angst notwendig wird. PD Dr. Andreas Dinkel (Klinikum rechts der Isar, TU München) fasst zusammen, welche Therapieansätze in diesem Falle anzeigt sein können (nachzulesen in der aktuellen Ausgabe 2/18 der Zeitschrift Verhaltenstherapie & Verhaltensmedizin).

Drogenkonsum bei Jugendlichen: deutlicher weniger Zigaretten und Alkohol.

Tabak und Alkohol, Cannabis, Ecstasy und Speed – die Liste der legalen und illegalen Drogen, mit denen Jugendliche und junge Erwachsene in Kontakt kommen, ließe sich noch lange weiterführen. Beliebte Fernsehserien wie „Breaking Bad“ oder „Weeds“ lassen den Eindruck eines allgegenwärtigen Drogenkonsums zu, oft wird befürchtet, dass sie einen negativen Einfluss auf Heranwachsende haben. Die Statistik zum Drogenkonsum Jugendlicher und junger Erwachsener, die Bernd Werse in der aktuellen Ausgabe von „rausch – Wiener Zeitschrift für Suchttherapie“ vorstellt, zeichnet ein anderes Bild: Der Konsum vieler Suchtmittel ist (in Deutschland) teilweise deutlich zurückgegangen

Kultursensible Psychotherapie: Psychoedukative Gruppen für traumatisierte Flüchtlinge sind erfolgversprechend.

Psychoedukative Gruppen sind ein wichtiger Bestandteil einer Psychotherapie oder sozialpädagogischen Arbeit mit traumatisierten Menschen. Hier kommen Menschen zusammen, die einen vergleichbaren Hintergrund, vielleicht sogar Ähnliches erlebt haben. Der Austausch und die Erklärungen zum Krankheitsbild und zur Behandlung erleichtern den Betroffenen den Umgang mit ihren Problemen und können signifikante Schritte zur Verbesserung ihres Zustands sein, ist sich Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan (Hochschule Villingen-Schwenningen) sicher. Sein Manual „Psychoedukation bei Traumastörungen“ erleichtert Behandlern die Vorbereitung und Durchführung von psychoedukativen Gruppen und gibt wichtige Hinweise auf vor allem kulturspezifische Besonderheiten.

Ausschluss wichtiger Lehrinhalte: Studierende der Psychologie wehren sich.

in Zusammenschluss von Studierenden kritisiert, dass psychoanalytisch begründete Verfahren im Studiengang Psychologie kaum bis gar nicht mehr gelehrt werden. In einer Petition an den Deutschen Bundestag fordern die Studierenden nun, dass neben der Verhaltenstherapie auch tiefenpsychologisch fundierte und analytische Psychotherapie wieder fachlich qualifiziert in das Studium integriert werden.

Die Schattenseiten der Leistungsgesellschaft.

Höher, schneller, weiter – in der heutigen Gesellschaft wird suggeriert, dass man nur mit kontinuierlicher Optimierung der Persönlichkeit und der persönlichen Umstände den „Anschluss behalten“ kann. Diesen Drang der sogenannten „High-Performer“, jederzeit und überall perfekt erscheinen zu müssen, nimmt Prof. Dr. Andreas Hillert (Prien am Chiemsee) unter die Lupe. Sein Buch „High-Performer in der Abseitsfalle“ zeigt nicht nur die gesellschaftlichen Auswirkungen, sondern beschreibt vor allem die Opfer dieser „modernen“ Denkweise: Sie sind in nicht unerheblicher Zahl in psychotherapeutischen Einrichtungen zu finden – und auch Therapeuten können hier durchaus an ihre Grenzen stoßen.

Konflikte forensischer Gutachter und eine Blödheit des Gesetzes .

Forensik: Die Forschung hat während der letzten Jahre in der aktuarischen Prognosemethodik Fortschritte erzielt und ermöglicht damit qualifiziertere psychiatrische/psychologische Gutachten. Ulrich Kobbe und Kollegen stellen in ihrem neuen transdisziplinären Praxismanual "Forensische Prognosen" die aktuellen Standards, Leitfäden und Instrumente ausführlich vor.

Musiktherapie bei therapieresistenten depressiven und bipolaren Störungen erfolgreich.

Die Wirkung von Musik auf melancholische oder aufgeregte Gemütszustände ist nahezu jedem aus persönlicher Erfahrung bekannt. Dennoch existieren keinerlei Untersuchungen, die den Einfluss von Musiktherapie auf therapieresistente uni- bzw. bipolare Depressionen tatsächlich bestätigen. Laurie D’Abbadie de Nodrest (Universität Toulouse) und Kollegen haben erstmals die Zusammenhänge untersucht und sind auf erstaunlich positive Ergebnisse gestoßen (veröffentlicht im Sammelband „Das Eigene und das Fremde“, herausgegeben von Daniel Sollberger, Erik Boehlke und Ulrich Kobbé).

Wie Spiritualität die Ressourcen der Psychotherapie verstärkt - mit oder ohne Religion .

Der psychiatrisch-psychologische Mainstream zeigte traditionell kaum Interesse an Spiritualität. Doch inzwischen finden spirituelle Themen, Praktiken und Methoden immer häufiger Eingang in die psychotherapeutische Praxis. Die heilsamen Wirkungen von Spiritualität werden in wissenschaftlichen Studien immer deutlicher. Der neue Reader "Spiritualität in Psychiatrie und Psychotherapie" bietet einen aktuellen Überblick. Die Psychiater Georg Juckel und Knut Hoffmann (LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum) haben das Buch gemeinsam mit dem Psychologen Harald Walach (Universität Witten-Herdecke) herausgegeben.

Nierentransplantation: Risiken der lebenden Organspender häufig unterschätzt.

Der Bundesgerichtshof verhandelt eine Klage eines Organspenders gegen das Transplantationszentrum Essen: Seit er 2010 eine Niere an seine kranke Frau abgegeben hat, fühlt er sich erschöpft, krank und nur eingeschränkt arbeitsfähig. Der Vorwurf steht im Raum: Die zuständigen Ärzte haben ihn nicht über dieses Risiko aufgeklärt. Es wird häufig unterschätzt und verschwiegen. Nach einer aktuellen Studie folgt einer Nierenentnahme das chronische Erschöpfungssyndrom (Fatigue) regelmäßig.

Autogenes Training Oberstufe: Unbekanntes auf die Bewusstseinsebene stellen.

Wer im Autogenen Training geübt ist und Entspannung findet, hat die beste Chance, in einer höheren Stufe Innenschau, Selbsterfahrung, Selbstfindung anzustreben. "Der Weg in diese Oberstufe ist offener, suchend, weniger festgelegt. Die Mittel sind zulassende Innenschau und sanfte Versenkung," formuliert Helmut Brenner in seinem Lehrbuch "Autogenes Training Oberstufe/Autogene Meditation".

Grundprinzipen des Denkens: Wie wir unsere Gedanken navigieren.

Grundprizipien des Denkens

Sie ist eine der fundamentalsten Fragen überhaupt: Wie funktioniert das menschliche Denken? Bisher gibt es darauf keine schlüssige Antwort. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig und des Kavli-Instituts für Systemische Neurowissenschaften in Trondheim, Norwegen, darunter auch Nobelpreisträger Edvard I. Moser, haben nun die bislang vorhandenen Puzzleteile zu einem Gesamtbild zusammengesetzt und schlagen einen neuen Ansatz vor: Unser Denken funktioniert über das Navigationssystem unseres Gehirns.

Wann dürfen Menschen vor sich selbst geschützt werden?.

Der Deutsche Ethikrat hat am heutigen Donnerstag in Berlin seine Stellungnahme „Hilfe durch Zwang? Professionelle Sorgebeziehungen im Spannungsfeld von Wohl und Selbstbestimmung“ veröffentlicht.




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