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Wirtschaftspsychologie

2014-4/2015-1

THEMENHEFT „GESTALTUNG MOBIL-FLEXIBLER ARBEIT“
GASTHERAUSGEBER: HARTMUT SCHULZE, JENS O. MEISSNER & JOHANN WEICHBRODT




Editorial der Herausgeber
M. Dick & L. Fischer

Editorial der Gastherausgeber – Gestaltung mobil-flexibler Arbeit als Ressource für Gesundheit und Produktivität
H. Schulze, J. O. Meissner & J. Weichbrodt


Block 1: Organisationspsychologische Aspekte mobil-flexibler Arbeit

Die Entwicklung von Arbeitsflexibilität in Organisationen anhand des FlexWork-Phasenmodells
J. Weichbrodt, A. Tanner, B. Josef & H. Schulze
Zusammenfassung | Abstract

Regelungen für mobil-flexible Arbeit im Spannungsfeld zwischen Formalisierung und Flexibilität
A. Tanner, Ch. Bratoljic, B. Baumgartner, M. Steffen & H. Schulze
Zusammenfassung | Abstract

Mobile Work @ Work: Zur Genese mobiler Arbeitsformen in Deutsch-Schweizer Unternehmen
J. O. Meissner, G.-C. Gentile & M. Sprenger
Zusammenfassung | Abstract


Block 2: Risiken und Potenziale mobil-flexibler Arbeit für die Mitarbeitenden

Selbstgefährdung als Indikator für Mängel bei der Gestaltung mobil-flexibler Arbeit: Zur Entwicklung eines Erhebungsinstruments
A. Krause, S. Baeriswyl, M. Berset, N. Deci, J. Dettmers, C. Dorsemagen, W. Meier, S. Schraner, B. Stetter & L. Straub
Zusammenfassung | Abstract

Flexible Arbeit im Hochschulbereich – Eine explorative Studie zum Pausenverhalten und Erholungserleben während Arbeitspausen im HO
J. Zimmermann & B. Degenhardt
Zusammenfassung | Abstract

Auswirkungen arbeitsbezogener erweiterter Erreichbarkeit auf Gesundheit und Life-Domain-Balance von Beschäftigten
B. Pangert & H. Schüpbach
Zusammenfassung | Abstract


Block 3: Gestaltung und Wahl von Arbeitsorten

Unterstützung mobil-flexibler Arbeit durch aktivitätsorientierte Gestaltung von Büroräumen
L. Windlinger, N. Gersberg & J. Konkol
Zusammenfassung | Abstract

Co-Design of train coaches for mobile work
F. v. d. Anker, J. Klammer & A. Schäfer
Zusammenfassung | Abstract

Der Novartis-Campus: Eine Fallstudie zu Produktivität, Wohlbefinden und Authentizität im Multispace-Office
M. Dick, B. Degenhardt, H. Schulze & T. Wehner
Zusammenfassung | Abstract


Separata

„Wir sind quitt“: Subjektive Gerechtigkeit von falschen Angaben in der Steuererklärung
Ch. Mölders, O. Peytsch & E. H. Witte
Zusammenfassung | Abstract


Wirtschaftspsychologie „Zur Zeit“

Aktuelle Fragen … „Das TTIP“. Zur Psychologie der Akzeptanz eines Handelsabkommens
L. Fischer

Die transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP): Eine Wertediskussion
E. H. Witte


Die Entwicklung von Arbeitsflexibilität in Organisationen anhand des FlexWork-Phasenmodells
Johann Weichbrodt, Alexandra Tanner, Barbara Josef & Hartmut Schulze

Um die Verbreitung mobil-flexibler Arbeit in Schweizer Unternehmen und Verwaltungen zu erfassen, wurde ein in der Praxis konzipiertes Phasenmodell weiterentwickelt und in einer Unternehmensbefragung getestet. Das Modell sieht fünf Phasen der Etablierung mobil-flexibler Arbeit vor, die sich auf fünf Dimensionen der Arbeitsflexibilität zeigen. In der Befragung zeigte sich, dass sich wissensintensive Dienstleistungsunternehmen größtenteils in den Phasen 2 (mobil-flexible Arbeit als Ausnahme) und 3 (Umbruch und schleichende Ablösung) befinden, während sich die Verwaltungen in der Schweiz hauptsächlich in Phase 2 befinden. Daneben ließen sich mit dem Diagnoseinstrument „FlexWork-Phasenmodell“ aber auch zwei weitere Gruppen von Unternehmen identifizieren, bei denen mobil-flexible Arbeit bereits weitgehend etabliert ist (Phase 4) oder die ganz standortunabhängig arbeiten (Phase 5).

Schlüsselwörter: Mobil-flexible Arbeit, Flexibilisierung der Arbeit, Phasenmodell


Development of work flexibility in organizations, shown using the “FlexWork phase model”

In order to estimate the dissemination of mobile and flexible work in Swiss companies, a practitioner’s phase model was further developed and tested in a company survey. The model consists of five phases of the establishment of flexible work in organizations, which are defined on five dimensions of work flexibility. The survey showed that knowledge-intensive service firms are mainly in phase 2 (mobile-flexible work as exception) and phase 3 (upheaval and creeping change), whereas administrations and government entities are mainly in phase 2. Besides that, the “FlexWork phase model” as a diagnostic instrument revealed two further groups of firms, in which mobile and flexible work is largely established (phase 4) or which work fully site-independent (phase 5).

Keywords: mobile and flexible work; flexibilization of work; phase model


Dr. Johann Weichbrodt
Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW
Institut für Kooperationsforschung und -entwicklung (ifk)
Riggenbachstrasse 16
CH-4600 Olten
johann.weichbrodt@fhnw.ch

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Regelungen für mobil-flexible Arbeit im Spannungsfeld zwischen Formalisierung und Flexibilität
Alexandra Tanner, Chantal Bratoljic, Barbara Baumgartner, Martin Steffen & Hartmut Schulze

In sieben Schweizer Organisationen wurde untersucht, ob Regeln in Form einer Policy für mobil-flexible Arbeit notwendig sind und welche Inhalte auf welche Weise geregelt werden sollten. Es wurden eine Dokumentenanalyse (N = 8), qualitative Interviews (N = 16) mit theoretischem Sampling unter Führungskräften und Verantwortlichen der Bereiche Human Resources und Recht sowie eine Online-Fragebogenerhebung bei Mitarbeitenden (N = 109) durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass Policies der Orientierung dienen und sich die Mehrheit der Mitarbeitenden explizit vereinbarte Regeln und Kriterien wünscht. Als zentrale Kerninhalte einer Policy wurden das Verständnis mobil-flexibler Arbeit, eine Differenzierung für wen diese Arbeitsform grundsätzlich in Frage kommt sowie Vereinbarungen zur Genehmigung und zur Erreichbarkeit genannt. Als Ergebnis zur Regelungsweise zeichnet sich ab, dass mit zunehmender Erfahrung der Organisationen in mobil-flexibler Arbeit die Policies offener formuliert werden. Auf übergeordneter Ebene konnte ein organisationales Spannungsfeld mit den Polen Formalisierung und Flexibilisierung identifiziert werden. Dieses Spannungsfeld wird im Beitrag weiter differenziert und Empfehlungen für die Praxis abgeleitet.

Schlüsselwörter: Policy, Mobil-flexible Arbeit, Konventionen, Home Office, Vereinheitlichung, Flexibilisierung, Erreichbarkeit, qualitative Forschung


Policies regarding mobile-flexible work as a stress-field between standardization and flexibility

Researching seven Swiss organizations, this study reflected the question, whether organizational guidelines for mobile and flexible work should be put into a policy and in which manner these topics should be regulated. A document analysis (N = 8), qualitative Interviews (N = 16) with tactical sampling among executives and among human resources and legal officers, as well as a qualitative online-survey with the employees (N = 109) were conducted. Results show policies being important for orientation and the majority of employees requesting explicitly formulated agreements. Core topics of a policy for flexible and mobile work were identified and especially the process of approving and the topic of availability were discussed. Regarding the manner of regulation, results suggest that policies are articulated more vaguely as experience of the organizations with mobile and flexible work increases.

Keywords: policy, mobile and flexible work, conventions, home office, standardization, flexibilization, availability, qualitative research


Alexandra Tanner, BSc.
Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW
Institut für Kooperationsforschung und -entwicklung (ifk)
Riggenbachstrasse 16
CH-4600 Olten
alexandra.tanner@fhnw.ch

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Mobile Work @ Work: Zur Genese mobiler Arbeitsformen in Deutsch-Schweizer Unternehmen
Jens O. Meissner, Gian-Claudio Gentile & Martin Sprenger

In der gegenwärtigen Arbeitswelt müssen viele Tätigkeiten im wissensintensiven Bereich nicht mehr an fixen Orten und zu fixen Zeiten erledigt werden. Dieser Umbruch verändert bestehende Beschäftigungsformen und Handlungsroutinen von Management und Mitarbeitern. Unklar ist bislang, wie ein erfolgreicher Wandel dieser neuen Arbeitsform umgesetzt werden kann. Im vorliegenden Artikel untersuchen wir, wie mobiles Arbeiten in Organisationen eingeführt wird und welche Dilemma-Situationen gelöst werden müssen. Anhand eines entwickelten methodischen Rasters wird die Einführung des mobilen Arbeitens in drei Schweizer Unternehmen rekonstruiert. In der Praxis haben sich demnach evolutionäre Einführungsstrategien bewährt. Zusätzlich müssen Unternehmen Selbstbestimmung an der Mitarbeiterbasis zulassen und sollten auf bestehendes Handlungswissen sowie Eigenheiten der Organisation aufbauen. Schließlich sollte man die Einführung in Bezug zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit setzen, um Konflikte aktiv zu vermeiden.

Schlüsselwörter: Mobiles Arbeiten, dezentrales Arbeiten, Einführungsstrategien, organisationales Lernen


Mobile Work @ Work: Towards the Genesis of mobile working forms in German-Swiss Companies

In today’s work environment, many knowledge-intense activities can be performed independent of fixed places and hours. This shift changes the forms of employment as well as the action routines of management and employees. However, it remains unclear how this change can be implemented successfully. In this article, we analyze how mobile work is introduced into organizations and what dilemma situations have to be solved. Basing upon a developed framework, the implementation process in three Swiss companies is reconstructed. In their practice, evolutionary strategies have been proven successful. The companies permit self-organization at employee level, and built upon pre-existing knowledge as well as the unique characteristics of the organization. Additionally, they related the implementation to the increase of the company’s competitive advantage, to actively prevent conflicts.

Keywords: mobile work, decentralized work, implementation strategies, organizational learning


Prof. Dr. Jens O. Meissner
Hochschule Luzern – Wirtschaft,
Institut für Betriebs- und Regionalökonomie
Zentralstrasse 9
CH-6002 Luzern
jens.meissner@hslu.ch

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Selbstgefährdung als Indikator für Mängel bei der Gestaltung mobil-flexibler Arbeit: Zur Entwicklung eines Erhebungsinstruments
Andreas Krause, Sophie Baeriswyl, Martial Berset, Nicole Deci, Jan Dettmers, Cosima Dorsemagen, Wolfgang Meier, Salome Schraner, Benjamin Stetter & Laura Straub

Mobil-flexible Arbeitsformen erhöhen die Anforderungen an das Selbstmanagement. Sie erfordern das gezielte Gestalten von Rahmenbedingungen in der Organisation, die ein gesundheits- und leistungsförderliches Selbstmanagement ermöglichen. Handlungen, welche zur aktiven und problemorientierten Bewältigung arbeitsbezogener Stressoren eingesetzt werden, jedoch negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben, sind als Selbstgefährdung zu charakterisieren. Sie können als Indikatoren für eine fehlende gesundheitsförderliche Gestaltung flexibler Arbeitsformen betrachtet werden. Zur Messung von Selbstgefährdung wurde ein Fragebogen bei 288 Berufstätigen eingesetzt, der sechs von acht in Vorstudien ermittelte Selbstgefährdungs-Facetten erhebt (Ausdehnen der Arbeitszeit, Intensivieren der Arbeitszeit, Einnahme von Substanzen zum Erholen, Einnahme stimulierender Substanzen, Präsentismus, Vortäuschen). Mittels konfirmatorischer Faktorenanalysen wurde die angenommene Faktorstruktur bestätigt und die entwickelten Skalen validiert. Damit steht Forschung und Praxis ein Instrument zum Erfassen von Selbstgefährdung in der Arbeitswelt zur Verfügung.

Schlüsselwörter: Coping, Präsentismus, Selbstgefährdung, Stress


Health-related shortcomings in the design of flexible work: Measuring self-endangering work behavior

Mobile and flexible work increases the need for self-management strategies. This enhances the importance of implementing working conditions that facilitate health-promoting behavior and self-management. Selfendangering behavior characterizes actions performed by the working population with the objective of coping with work-related demands that simultaneously increase the likelihood of disease or impede necessary recuperation. We view self-endangering behavior as an indicator for health-related shortcomings in the design of mobile and flexible work. We developed scales to assess six of eight facets of self-endangering behavior (extension of working hours, intensification of working hours, intake of recuperative substances, intake of stimulating substances, sickness presenteeism, faking). These were given as a questionnaire to 288 employees. Results of confirmatory factor analysis confirmed the proposed factor structure and supported the validity of the newly developed scales. It is concluded that the scales can serve as an appropriate measurement tool for assessing and evaluating self-endangering behavior both in practice and research.

Keywords: coping, sickness presenteeism, self-endangering behavior, stress


Prof. Dr. Andreas Krause
Fachhochschule Nordwestschweiz
Hochschule für Angewandte Psychologie
Institut Mensch in komplexen Systemen
Riggenbachstrasse 16
CH-4600 Olten
andreas.krause@fhnw.ch

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Flexible Arbeit im Hochschulbereich – Eine explorative Studie zum Pausenverhalten und Erholungserleben während Arbeitspausen im HO
Jasmin Zimmermann & Barbara Degenhardt

Immer mehr Unternehmen erlauben ihren Mitarbeitenden, abwechslungsweise von zu Hause aus und im Büro zu arbeiten. Das Ziel der Studie war es, das Pausenverhalten von alternierend Telearbeitenden (N = 173) an einer Schweizer Hochschule zu untersuchen. Dies im Hinblick auf die Anzahl und Länge von und dem Intervall zwischen Arbeitspausen sowie verschiedenen Pausentätigkeiten und das Erholungserleben während Arbeitspausen. Die Ergebnisse der Online-Umfrage zeigen, dass das Pausenverhalten individuell sehr unterschiedlich ist. Einem Großteil fällt es zudem schwer, in der Pause „abzuschalten“ und dies ohne klar erkenntliches Muster bezüglich der Anzahl und Dauer einer Arbeitspausen. Deutlich wurde dennoch, dass das Erholungserleben besonders durch die Kombination aus wenigen kurzen Arbeitspausen beeinträchtig ist. Keine Unterschiede im Erholungserleben zeigen sich mit Blick auf ein unterschiedliches Pausenintervall. Hinsichtlich Pausenaktivitäten haben besonders soziale Aktivitäten und entspannende Aktivitäten eine erholungsförderliche Wirkung.

Schlüsselwörter: Flexible Arbeit, Telearbeit, HO, Arbeitspausen, Pausentätigkeiten, Erholung, Erholungserleben, Psychological Detachment


Flexible work in higher education - an exploratory study on rest break behaviours and recovery experience during rest breaks at the home office

Evermore organisations are allowing employees to telework and some positive consequences of this are well known (e.g. flexible working hours). The purpose of the study was to explore rest break behaviours at the Home Office regarding quantity, interval and length of rest breaks, and how break-time activities affect psychological detachment in scientific teleworkers. 173 scientific researchers completed an online questionnaire. Results showed that the rest break behaviour is highly individual and that the majority can hardly switch off during rest breaks. Both apply without a clearly identified pattern regarding the quantity and length of rest breaks. Nevertheless it became clear that psychological detachment is affected by few short breaks. No significant differences were found regarding the interval between rest breaks. However significant differences were found regarding break-time activities, indicating that relaxation and social activities are beneficial for recovery during rest breaks.

Keywords: flexible work, telework, HO, rest breaks, rest-break activities, recovery, psychological detachment


Jasmin Zimmermann, MSc.
Fachhochschule Nordwestschweiz
Hochschule für Angewandte Psychologie
Institut Mensch in komplexen Systemen
Riggenbachstrasse 16
CH-4600 Olten
jasmin.zimmermann@fhnw.ch

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Auswirkungen arbeitsbezogener erweiterter Erreichbarkeit auf Gesundheit und Life-Domain-Balance von Beschäftigten
Barbara Pangert & Heinz Schüpbach

Neue Informations- und Kommunikationsmedien ermöglichen es vielen Beschäftigten, auch außerhalb der regulären Arbeitszeit und unabhängig vom regulären Arbeitsort für Arbeitsbelange erreichbar zu sein bzw. Arbeitsbelange zu erledigen. Bislang ist weitestgehend ungeklärt, wie sich dieses Phänomen der „ständigen Erreichbarkeit“ (hier als arbeitsbezogene erweitere Erreichbarkeit bezeichnet) auf Gesundheit und Life-Domain-Balance von Beschäftigten auswirkt. Dieser Beitrag fasst den aktuellen Forschungsstand zusammen und berichtet Ergebnisse einer Befragung von 1 772 Beschäftigten zum Thema. Diese zeigen erwartungskonform, dass die Erwartung von arbeitsbezogener erweiterter Erreichbarkeit auch dann noch mit Beeinträchtigungen von Gesundheit und Life-Domain-Balance zusammenhängt, wenn andere Arbeitsmerkmale kontrolliert werden. Wie angenommen zeigen sich in dieser Studie keine positiven Effekte der Erwartung von arbeitsbezogener erweiterter Erreichbarkeit. Die Ergebnisse werden in Hinblick auf weiteren Forschungsbedarf und praktische Implikationen diskutiert.

Schlüsselwörter: Erreichbarkeit, Life-Domain-Balance, Gesundheit, Arbeitszeit, Informations- und Kommunikationsmedien


The effects of work-related permanent availability on employees’ life-domain-balance and health

Modern information and communication technologies enable many employees to be available for work-related issues or to deal with work-related issues outside the regular working hours and independent of the regular workspace. To date the effects of this phenomenon of “permanent availability” on employees` life-domain-balance and health are scarcely known. This paper summarizes the state of the art and reports results of a survey on this topic (N = 1,772 employees). As predicted, permanent availability is still associated with impairments of health and life-domain-balance when controlled for other working conditions. As assumed this study revealed no positive effects of permanent availability. The results are discussed in terms of further research needs and practical implications.

Keywords: availability, life-domain-balance, health, work schedule, information and communication technologies


Dr. Barbara Pangert
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Institut für Psychologie
Arbeitsgruppe Wirtschaftspsychologie
Engelbergerstraße 41
D-79085 Freiburg i. Br.
barbara.pangert@psychologie.uni-freiburg.de

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Unterstützung mobil-flexibler Arbeit durch aktivitätsorientierte Gestaltung von Büroräumen
Lukas Windlinger, Nils Gersberg & Jennifer Konkol

Aktivitätsorientierte Bürokonzepte gewinnen zunehmend an Verbreitung. Sie bestehen in funktional und gestalterisch unterschiedlichen Arbeitssettings, die auf Desk-Sharing-Basis gemeinsam genutzt werden. In einer empirischen Untersuchung wurde die Einführung einer aktivitätsorientierten Pilot-Bürofläche im Vorher-Nachher-Vergleich und im Vergleich zu konventionellen Referenzflächen in einem Schweizer Unternehmen aus der Finanzdienstleistungsbranche untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass das aktivitätsorientierte Büro durch die Nutzenden positiv beurteilt wird. Insbesondere fallen die Beurteilungen zur Gesamtzufriedenheit auf den Aspekten Stolz, Wertschätzung und Attraktivität der Pilotfläche positiv aus. Während sich die positiven Beurteilungen über zwei Befragungen nach Bezug etwas relativieren, verstärkt sich die positive Bewertung im Hinblick auf die Einbindung in das Team und die Effektivität der Führung. Die positiven Effekte des Konzepts werden auf die Wahlmöglichkeiten unter einer Vielfalt von Arbeitssettings und die hochwertige Gestaltung zurückgeführt.

Schlüsselwörter: Büroraumkonzepte, Desk-Sharing, aktivitätsorientierte Büros, Büroumgebungszufriedenheit, Arbeitsengagement


Supporting mobile-flexible work through activity based workplace design

Activity based office concepts are becoming increasingly popular. They consist in work settings that are different from each other in function and design and are used on a sharing basis. In an empirical study, the introduction of an activity based office concept as a pilot project was researched in a longitudinal design. Furthermore, the activity based office was compared with several conventional office spaces in a Swiss company in the financial services industry. Results show that the activity based office is evaluated positively by the users. In particular, the overall satisfaction on the dimensions of pride, appreciation, and attractiveness of the pilot areas is assessed positively. While the positive evaluations are slightly reduced in the second survey after the introduction of the new concept, the positive evaluations of team integration and leadership effectiveness are strengthened. The positive effects of the activity based office concept are attributed to the provision of choice among a variety of work settings and high-quality design.

Keywords: workplace management, desk sharing, activity based working, office satisfaction, work engagement


Prof. Dr. Lukas Windlinger
Inversini Life Sciences und
Facility Management Reidbach
CH-8820 Wädenswil
wind@zhaw.ch

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Co-Design of train coaches for mobile work
Fred van den Anker, Julia Klammer & Adrienne Schäfer

“Third places” such as airports, planes and trains are increasingly being used as workplaces. However, little is known about the challenges faced by mobile workers in such locations and how they can be supported. The goal of the study reported here was to identify problems, needs and design solutions for working on trains. Based on an online community study with mobile workers on the train the following core problems and needs could be elicited:
(1) quietness for concentrated working,
(2) privacy/confidentiality of data and phone calls,
(3) ergonomic workplace design,
(4) security/risk of theft.
On that basis one hundred fifty ideas for improving train coaches for mobile work were generated in a participatory future workshop. These were integrated into the following design solutions:
(1) individual workplaces separated by privacy partitions,
(2) easily accessible telephone booths,
(3) compartments with closed individual workplaces that are instantly extendable to small meeting rooms.

Keywords: mobile work, third places, train coaches, co-design, online communities, prototyping


Partizipative Gestaltung von Zügen als mobiler Arbeitsplatz

Mobile Wissensarbeitende nutzen vermehrt Züge und Bahnhöfe, Flugzeuge und Flughäfen sowie Cafés und Restaurants zum Arbeiten. Diese „neuen Arbeitsorte“, sogenannte Third Places, sind jedoch meistens nicht ausreichend auf die konkreten Aufgaben und Arbeitstätigkeiten abgestimmt, da sie ursprünglich nicht als Arbeitsorte konzipiert wurden. Während es zahlreiche Untersuchungen und Lösungsvorschläge dazu gibt, wie effiziente und effektive Wissensarbeit durch die Gestaltung und Nutzung von Büroräumlichkeiten oder externen Orten (z.B. dem Home Office) unterstützt werden kann, besteht bezüglich der Third Places eine Forschungslücke. Welche konkreten Anforderungen und Bedürfnisse mobile Wissensarbeitende haben und wie entsprechend angemessene Unterstützungsleistungen aussehen, ist in der Scientific Community eine offene Frage. Die vorliegende Untersuchung beschäftigt sich mit dem Zug als Third Place. In einer moderierten Online-Community-Studie dokumentierten über einen Zeitraum von zwei Wochen Pendler, die häufig im Zug arbeiten, und Geschäftsreisende, die den Zug als Arbeitsort nutzen, mittels Blogbeiträgen, Photos, Videos und Kurzumfragen ihre Erfahrungen, Probleme und „Lösungsstrategien“ für das Arbeiten im Zug. Aus den Online-Beiträgen ließen sich die folgenden zentralen Problembereiche und Bedürfnisse von mobilen Wissensarbeitenden im Zug identifizieren:
(1) Ruhe für konzentriertes Arbeiten,
(2) Privacy/Vertraulichkeit bei sensiblen Daten und Gesprächen,
(3) ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes und
(4) Sicherheit/Diebstahl.
Diese dienten als Ausgangslage für einen partizipativen Zukunftsworkshop mit mobilen Reisenden, Vertretern der Bahn sowie Raum- und Gestaltungsexperten. Dies brachte über 150 Ideen und Vorschläge hervor, die in einen Gestaltungsvorschlag für eine neue Businesszone im Zug einflossen. Sicherheitsanforderungen (z.B. am Boden verschraubte Sitze) wurden dabei ebenso berücksichtigt wie die Anforderung der Bahn, dass die Anzahl der Plätze im Zug nicht zu reduzieren ist. Der Vorschlag sieht die Einteilung des Zugs in verschiedenen Zonen vor, die den ermittelten Bedürfnissen mobiler Wissensarbeitender entsprechen:
(1) Schaffung von Einzelarbeitsplätzen, die individuelles und konzentriertes Arbeiten erlauben durch Sicht- und Schallschutz,
(2) Realisierung von gut erreichbaren „Telefonzellen“, die ungestörte Telefonate im Zug erlauben und damit auch die Lärmbelästigung bei den Mitreisenden reduzieren,
(3) Schaffung von reservierbaren, abschließbaren Abteilen, die dem Bedürfnis nach Sicherheit entsprechen, sich für kollaboratives Arbeiten eignen und spontan in Sitzungszimmer umwandeln lassen.
Die Studie fokussierte auf den Zug als Arbeitsort und zeigt auf, dass mit Einbindung von Wissensarbeitenden innovative Konzepte für die mobile Arbeit an Third Places geschaffen werden können. Darüber hinaus thematisierten zahlreiche Beiträge auf der Online-Plattform die Herausforderung, möglichst ohne Unterbrechung zwischen den wechselnden Orten zu arbeiten. Dies schließt im Falle des Zugs beispielsweise ein Lounge-Angebot am Bahnhof ein oder die Gestaltung entsprechender Wartezonen am Perron. In einer zunehmend multilokalen Arbeitswelt, die dadurch geprägt ist, dass nahezu an allen Orten gearbeitet wird, besteht vor allem für Third Places noch erhebliches Potenzial für eine innovative Gestaltung derselben.

Schlüsselwörter: Mobile Arbeit im Zug, Arbeitsplatz- und Raumgestaltung, Online-Community, Co-Design


Prof Dr. Fred van den Anker
Fachhochschule Nordwestschweiz
Hochschule für Angewandte Psychologie
Institut für Kooperationsforschung und -entwicklung
Riggenbachstrasse 16
CH-4600 Olten
fred.vandenanker@fhnw.ch

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Der Novartis-Campus: Eine Fallstudie zu Produktivität, Wohlbefinden und Authentizität im Multispace-Office
Michael Dick, Barbara Degenhardt, Hartmut Schulze & Theo Wehner

Ausgehend vom Stand der raumbezogenen Arbeits- und Organisationsforschung mit einem Fokus auf Wissensarbeit untersucht dieser Beitrag, wie Beschäftigte eines Pharmaunternehmens ihre Arbeit in einer neu gestalteten, offenen und multifunktionellen Arbeitsumgebung (Novartis-Campus) erleben. In Abhängigkeit von der Arbeitsaufgabe wird aus der Perspektive der Beschäftigten rekonstruiert, mit welchen persönlichen Konstrukten sie ihre Arbeit und Arbeitsumgebung bewerten und welche Rolle diese für das Realisieren von Produktivität und Wohlbefinden spielen.
Elf Befragte einer nach aufgabenbezogenen Kriterien zusammengestellten Stichprobe erzählten in narrativen Gridinterviews über typische Arbeitssituationen und Arbeitsorte und bewerteten diese anschließend im systematischen Vergleich. Die dabei entstandenen persönlichen Konstrukte wurden inhaltsanalytisch zu den sechs wichtigsten Bewertungsdimensionen über die Arbeit verdichtet. Bei der Beurteilung der Arbeitssituationen und -orte auf diesen Dimensionen durch die Befragten ergaben sich typische Muster, die je nach Aufgabe auf eine unterschiedliche Bedeutung der neuen Arbeitsumgebung für die Beschäftigten hinweisen.
Befragte, die eher standardisierte Aufgaben ausführen, legen Wert auf förmlichen Umgang und Vertraulichkeit. Sie trennen zwischen „Arbeit“ und „Nicht-Arbeit“ und gewinnen der neuen Arbeitsumgebung im Vergleich zum klassischen Einzelbüro keine besonderen Qualitäten ab. Die Gruppe von Beschäftigten, die stärker zwischen dem Einzelbüro und der multifunktionalen Arbeitsumgebung unterscheidet, kann Produktivität und Wohlbefinden leichter miteinander verbinden. Authentizität und die Möglichkeit zur informellen Kommunikation scheinen charakteristisch für das Arbeitserleben dieser Gruppe zu sein.

Schlüsselwörter: Main Office, Multispace-Büro, Arbeitsumgebung, Authentizität, Produktivität, Wohlbefinden, narratives Gridintervdiew


The Novartis Campus: A case study on productivity, well-being and authenticity in multispace offices

Considering spatial issues in organizational research with focus on knowledge work, this paper examines how employees experience their work in a completely new designed multispace environment (Novartis Campus). Depending on their working tasks it is reconstructed which personal constructs they apply evaluating their work and work environment, and what importance they hold for the realization of productivity and well-being.
Applying a multilevel interview-technique (narrative grid-interview) qualitative as well as quantitative data is collected. A theoretically based sample of N = 11 employees with different organizational functions first told about situations and places of work, and evaluated them afterwards in a systematic comparison. The so collected personal constructs underwent a content analysis, which resulted in six dimensions. When assessing working situations and working places on these dimensions, typical patterns emerged which indicate that the new working environment has a different meaning for groups of employees depending on their working task.
One group of respondents, who separated “work” and “non-work” strongly, evaluated single office and multispace-office nearly equal. They have standardized tasks and set a high value on formal interaction and confidentiality. This activity pattern might be characterized as “separated working”. Productivity and well-being are not realized conjointly in this group, but either or. A group of employees, who discriminate stronger between single office and multispace-office, is heterogeneous, but can associate productivity and well-being much easier. Authenticity and the opportunity to communicate informally seem to be of particular significance for this group.

Keywords: main-office, multispace-office, working environment, authenticity, productivity, well-being, personal constructs, narrative grid interview


Prof. Dr. Michael Dick
Otto-von-Guericke-Universität
Universitätsplatz 2
D-39106 Magdeburg
michael.dick@ovgu.de

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„Wir sind quitt“: Subjektive Gerechtigkeit von falschen Angaben in der Steuererklärung
Christina Mölders, Oliver Peytsch & Erich H. Witte

Angesichts der Komplexität der Steuererklärung ist es für Steuerzahler verlockend, sich bei der Deklaration des Einkommens auf Daumenregeln zu verlassen, anstatt sich detailliert mit der Bürokratie auseinanderzusetzen. Dementsprechend wirkt sich den Ergebnissen der vorliegenden Online-Studie zufolge (N = 170) ein als hoch erlebter Aufwand fördernd auf falsche Angaben in der Steuererklärung aus. Das kann durch die Überzeugung erklärt werden, dass zu viel und zu wenig deklarierte Einkünfte sich gegenseitig ausgleichen. In Bezug auf andere Personen werden falsche Angaben unter moralischen Aspekten milder bewertet, wenn damit ein Ausgleich bzw. kein finanzieller Vorteil erzielt wird. Legitimierend auf falsche Angaben wirkt auch der Bezug auf Vergleichspersonen, die ebenfalls unkorrekt verfahren. Ein handhabbareres Steuerrecht könnte korrekte Angaben fördern.

Schlüsselwörter: Steuergerechtigkeit, Steuerhinterziehung, subjektive Norm, Moralurteil


“We are even”: Subjective justice of false information in tax declarations

Due to the enormous complexity of tax declarations in Germany, citizens may be tempted to apply rules of thumb when declaring their income instead of losing themselves in bureaucracy. Accordingly, the present study (N = 170) shows that the experienced amount of effort needed for the tax declaration predicts incorrect declarations. This can be explained by the conviction that, overall, too little and too much declared income will equalize each other. When other peoples’ incorrect declarations are judged, judgments of their morality are higher if those false declarations do not lead to gains. Furthermore, judgments are higher if reference persons are mentioned who behaved the same way. A more practicable tax law might foster correctness in declarations.

Keywords: tax justice, tax evasion, subjective norm, moral judgment


Dipl.-Psych. Christina Mölders
Universität Hamburg
RespectResearchGroup
Rothenbaumchaussee 34
D-20148 Hamburg
moelders@respectresearchgroup.org

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