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Psychologie & Gesellschaftskritik

2013-3/4 (147/148)

SUBJEKT/IVIERUNG
HERAUSGEBER: GÜNTER MEY




Morus Markard
Was von Karl Marx über (kindliche) Kompetenz zu lernen ist oder: Überlegungen zum Verhältnis von Kindheitswissenschaft und Kritischer Psychologie als Subjektwissenschaft
Zusammenfassung | Abstract

Michael Klundt
Kinder-und Jugendöffentlichkeit: Entstehung, Implikationen und Rahmenbedingungen einer kindheitswissenschaftlichen Kategorie
Zusammenfassung | Abstract

Günter Mey
»Aus der Perspektive der Kinder«: Ansprüche und Herausforderungen einer programmatischen Konzeption in der Kindheitsforschung
Zusammenfassung | Abstract

Katrin Reimer
Elemente des Eingreifens in rechtsextreme Alltagspraxen junger Frauen
Zusammenfassung | Abstract

Gabriele Rohmann
Chancen und Grenzen der Subjektorientierung – Einblicke in die Bildungsarbeit des Archiv der Jugendkulturen e.V. Berlin
Zusammenfassung | Abstract

Marc Dietrich & Martin Seeliger
Gangsta-Rap als ambivalente Subjektkultur
Zusammenfassung | Abstract

Paul Mecheril & Astrid Messerschmidt
Abseits der Assimilation. Konturen non-affirmativer, subjektorientierter Migrationsforschung
Zusammenfassung | Abstract

Lars Allolio-Näcke
Religiöse Entwicklung: Eine kulturpsychologische Betrachtung
Zusammenfassung | Abstract

 


Was von Karl Marx über (kindliche) Kompetenz zu lernen ist oder: Überlegungen zum Verhältnis von Kindheitswissenschaft und Kritischer Psychologie als Subjektwissenschaft
Morus Markard

Der von der Kindheitsforschung gegen den alltäglichen Erziehungsfuror theoretisch und methodisch stark gemachte Gedanke kindlicher Kompetenz wird in kritisch-psychologischer, damit marxistisch-subjektwissenschaftlicher Perspektive auf die Widersprüche der kapitalistischen Gesellschaft und die ›Pathologie des Normalen‹ (»so fucking crazy that you can follow their rules«, John Lennon) bezogen. Unter Bezug auf den Begriff der Handlungsfähigkeit, der die Aufmerksamkeit auf das machtvermittelte Verhältnis von Handlungsmöglichkeiten und -behinderungen richtet, soll herausgearbeitet werden, wie Entwicklungs- und Handlungswidersprüche vom Standpunkt des Kindes zu verstehen sind, und wie, statt Grenzen zu setzen, solidarisches Handeln zwischen Menschen unterschiedlicher Generationen in gemeinsamen Lern- und Veränderungsprozessen entwickelt werden kann.

Schlüsselwörter: Kindheitsforschung, Kritische Psychologie, Subjektentwicklung, Erziehungskritik, Handlungsfähigkeit


What we can learn from Karl Marx about (children’s) competence:
On childhood studies and critical psychology as subject science

Childhood studies advances the concept of children’s competence against everyday educational furor both on theoretical and on methodological grounds. From a critical psychology perspective, hence from the perspective of Marxist subject science, this concept relates to the contradictions of capitalist society and the “pathology of the normal” (“so fucking crazy you can’t  follow their rules,” John Lennon). Using the concept of action potency, which redirects the focus to the power mediated relationship between options for and obstacles to action, this article elaborates how developmental and action-related contradictions can be understood from the viewpoint of the child, and how, instead of setting boundaries, solidarity-oriented action can be developed across generations in communal learning and transformation processes.

Key words: childhood studies, critical psychology, development of the subject, education criticism, action potency


Morus Markard
mmarkard@zedat.fu-berlin.de

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Kinder- und Jugendöffentlichkeit: Entstehung, Implikationen und Rahmenbedingungen einer kindheitswissenschaftlichen Kategorie
Michael Klundt

Thema des Beitrags ist das auf den Kinderrechten basierende Konzept der Kinderöffentlichkeit und was darunter verstanden werden kann. Der Aufsatz präsentiert Beispiele, wie über Kinder, mit Kindern sowie von Kindern und Jugendlichen Öffentlichkeit hergestellt wird. Damit verbunden begründet der Text, warum und wie Kinder ihre Bedürfnisse und ihre Meinungen öffentlich äußern können, sodass diese auch berücksichtigt werden. Sodann findet auch die Rolle von Erwachsenen Berücksichtigung, wenn es gilt, Kinder zu unterstützen, ohne sie zu bevormunden. Räume, Zeiten und soziale Lebenslagen lassen sich als zentrale Einflussfaktoren für Kinder- und Jugendöffentlichkeit ausmachen. Schließlich geht es darum, mit (kinder-)politikwissenschaftlicher Perspektive gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen für Kinder- und Jugendöffentlichkeit zu erkunden.

Schlüsselwörter: Kindheitswissenschaften, Kinderpolitik, Sozial polarisierte Kindheiten


Children and Youth Publicity: Development, implications and circumstances of a category for childhood studies

The article deals with Children’s rights-based concepts of youth publicity. Chosen examples of publicity about children, with children and by children can show different meanings of youth publicity. Accordingly the text asks why and how children shall express their best interests publicly so that they are realy heard. Thus the role of adults must be considered supporting children in processes of participation without tutelage. Public areas, spare times and social living conditions are determinant for children and youth publicity. Finally the socio-political circumstances of children and youth publicity must be examined in perspective of children policy.

Key words: Childhood Studies, Children Policy, Unequal Childhoods


Michael Klundt
michael.klundt@hs-magdeburg.de

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»Aus der Perspektive der Kinder«: Ansprüche und Herausforderungen einer programmatischen Konzeption in der Kindheitsforschung
Günter Mey

Methodologisch und methodisch wird im Rahmen der »Neuen Kindheitsforschung« gefordert, dass Kindheitsforschung nicht als Forschung über Kinder, sondern als eine Forschung »aus der Perspektive« von Kindern auszurichten ist. Problematisiert wird, inwieweit Aussagen von Erwachsenen über Kinder und Kindheit überhaupt Aussagen aus einer kindlichen Perspektive sein können. Entgegen der zumeist zum Tragen kommenden Vergleichshorzionte, nach denen Kindheit entweder aus der eigenen Erwachsenenperspektive oder vor dem Hintergrund der eigenen Kindheitserinnerungen rekonstruiert wird, wird als fruchtbarer Zugang verstanden, Kindheit konsequent als »Konstrukt generationaler Verhältnisse« aufzufassen.

Schlüsselwörter: Kindheitsforschung, qualitative Forschung, Selbstreflexivität, Entwicklungspsychologie, Intergenerationalität


»From the Perspective of the Children«: Requirements and Challenges of a Programmatic Concept in Childhood Studies

In the scope of »New Childhood Studies«, methodological and methodical will be claimed, that childhood research is not research about children assort research out of the point of view of children. The problem of how far statements of adults about children can be seen as statements of a child’s point of view will be expounded. Against comparison horizons mostly have some effect, according to the reconstruction of childhood either out of the adults point of view or against the background of the own childhood memory, a high-producing access is meant when childhood is consequently considered as a »construct of generational proportion«.

Key words: childhood research, qualitative research, self-reflexivity, developmental psychology, intergenerationality


Günter Mey
guenter.mey@hs-magdeburg.de

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Elemente des Eingreifens in rechtsextreme Alltagspraxen junger Frauen
Katrin Reimer

Die Notwendigkeit einer auf Mädchen und junge Frauen zugeschnittenen Rechtsextremismus-Prävention wird in jüngerer Zeit verstärkt wahrgenommen, eine subjekttheoretische, sozialwissenschaftliche und -pädagogische Aspekte verbindende Konzeption existiert jedoch noch nicht. Dieser Beitrag diskutiert Elemente des Eingreifens in rechtsextrem mitbestimmte Alltagspraxen von Mädchen und jungen Frauen.

Schlüsselwörter: Kindheitswissenschaften, Subjekt, Handlungsfähigkeit, Selbstfeindschaft, Rechtsextremismus, Geschlechterverhältnisse


Elements of interventions in everyday lives of right-wing-extremist young women

Recently, the necessity of preventive measures with respect to right-wing-extremism among girls and young women has attracted more public attention. But a concept comprising theories of the subjects involved as well as their social context and subsequent pedagogical strategies has not yet been brought forward. This contribution discusses some elements of interventions in everyday lives of right-wing-extremist young women.

Key words: Childhood Studies, Subject, Agency, Self-Adversary, Right-Wing-Extremism, Gender Relations


Katrin Reimer
katrin.reimer@hs-magdeburg.de

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Chancen und Grenzen der Subjektorientierung – Einblicke in die Bildungsarbeit des Archiv der Jugendkulturen e.V. Berlin
Gabriele Rohmann

Ende der 1980er Jahre entwickelte sich in Deutschland die Jugendkulturarbeit. Seither sind eine Reihe von Angeboten in der außerschulischen Bildung entstanden, die die Interessen junger Menschen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen. Das Berliner Archiv der Jugendkulturen verbindet als eine der wenigen Einrichtungen Subjektorientierung, jugendkulturelle Themen und politische Bildung im Kontext der Gewalt- und Rechtsextremismusprävention und von Diskriminierungen. Anhand von Einblicken in die pädagogische Arbeit der beiden Archiv-Projekte New Faces – Mit Kultur und Medien gegen Antisemitismus und Culture on the Road werden förderliche und hemmende Bedingungen einer auf Teilhabe ausgerichteten subjektorientierten Jugendkulturarbeit aufgezeigt.

Schlüsselwörter: Subjektorientierung, Politische Bildung,  Jugendkulturen, Jugendkulturarbeit, Antisemitismus, Rechtsextremismus


Prospects and constraints of subjectivism - an insight to the educational studies of the Archiv der Jugendkulturen e.V. Berlin

The youth cultural studies developed in Germany during the end of the `80s. Since then, various different extracurricular studies, which focus on the interests of young people as the central point of their work, have been established. The Archiv der Jugendkulturen Berlin is one of few Institutions that by subjectivism combines youth cultural topics with political sciences/education in reference to the prevention of right extremism, violence and discrimination. On account of the pedagogic work of the two projects created by the Archiv, New Faces (culture and media against antisemitism) and Culture on the Road, the pros and cons of subjectivism in youth cultures are illustrated clearly.

Key words: subjectivism, political sciences/education, youth culture, youth culture projects, antisemitism, right extremism


Gabriele Rohmann
gabi.rohmann@jugendkulturen.de

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Gangsta-Rap als ambivalente Subjektkultur
Marc Dietrich & Martin Seeliger

Der Beitrag untersucht die Sprecherposition des deutschen Gangsta-Rappers mit Migrationshintergrund aus kultursoziologischer Perspektive und lotet den inszenatorischen Spielraum des Subjekts in einem normativen Szenediskurs aus, der umschlossen ist von soziokulturell bedeutsamen, übergeordneten Diskursen. Gangsta-Rap wird als popkulturelle Bühne und umkämpfter Ort betrachtet, an dem sich die Protagonisten vor dem Hintergrund gesellschaftlich kursierender Stereotype und Zuschreibungen positionieren. In diesem Sinne interpretieren wir die bild- und textbasierten Inszenierungen als Produkte der Verhandlung von Kategorien wie Geschlecht, Ethnizität und Klasse. In ästhetisierter Form wirken die Performances auf die Gesellschaft zurück – mit dem Effekt einer polarisierenden Diskussion.

Schlüsselwörter: Subjekt, Diskurs, Sprecherposition, Gangsta-Rap, Stigmatisierung


Gangsta-Rap – an ambivalent culture for the subject

The article focuses on the speaker position of the German Gangsta-Rapper with a migrational background from a cultural sociological perspective. We thereby concentrate on the subject’s performative opportunities within a normative subcultural discourse that is embedded in larger sociocultural discourses. In this context we consider Gangsta Rap a) as a popcultural stage and b) as a place of competition where the protagonists establish themselves with reference to socially grounded stereotype attributions. On the one hand we interpret the image- and text based rap performances as a result of the interplay of social categories (gender, ethnicity and class). On the other hand the aestheticized performances themselves have an impact on society: they promote a polarizing discussion.

Key words: subject, discourse, speech position, Gangsta-Rap, stigmatization


Marc Dietrich
dietrich@uni-mannheim.de

Martin Seeliger
martin.seeliger@gmx.net

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Abseits der Assimilation. Konturen non-affirmativer, subjektorientierter Migrationsforschung
Paul Mecheril & Astrid Messerschmidt

Der Beitrag problematisiert Tendenzen assimilationistischer Migrationsforschung und diskutiert Bedingungen für eine kritische, an den Subjekten der Migrationsgesellschaft ausgerichtete Praxis des Forschens, die den Anspruch emanzipatorischer Selbstbestimmung nicht aufgibt und zugleich die Subjekte in ihren Abhängigkeitsverhältnissen thematisiert. Mit der Subjektorientierung wird eine Gegenposition zu dominierenden Assimilationsforderungen und zu einer gegebene gesellschaftliche Bedingungen affirmierenden Integrationsforschung eingenommen. Die Umrisse einer Forschungspraxis werden vorgestellt, die ihre Beteiligung an  Herrschaftsverhältnissen kritisch zum Gegenstand macht, ohne dabei die Illusion zu befördern, Forschung könne ihre Involviertheit transzendieren und von einem Ort  außerhalb der gesellschaftlichen Verhältnisse, die es zu untersuchen gilt, agieren.

Schlüsselwörter: Assimilation, Herrschaft, Migrationsforschung, Subjekt


No assimilation. Contours of non-affirmative, subject-oriented migration Research

The article discusses tendencies in migration research by reflecting conditions of being acknowledged as a subject. The text is developing perspectives for a practice of research that does not give up the claim of emancipation and self determination. At the same time the subject is reflected in its dependent positions which are limiting autonomy. How can a research practice in awareness of the involvement in power structures become relevant? Subject-orientation is seen as a critical opposition to assimilation and concepts of integration without carrying the illusion that research can be articulated from a location outside of the dominant tendencies in society.

Key words: Migration – subject and subjectivity – assimilation – power


Paul Mecheril
paul.mecheril@uni-oldenburg.de

Astrid Messerschmidt
astrid.messerschmidt@ph-karlsruhe.de

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Religiöse Entwicklung – Eine kulturpsychologische Betrachtung
Lars Allolio-Näcke

Religion und ihre ontogenetische Entwicklung war lange Zeit in der (deutschsprachigen) akademischen Psychologie kein Thema. Stattdessen überließ man dieses Feld der Theologie, in der zahlreiche Modelle und Theorien entstanden. Das prominenteste Modell wird kurz vorgestellt und kritisch gewürdigt. Im Anschluss wird unter Zuhilfenahme der Symbolischen Handlungstheorie Ernst E. Boesch die Religion und ihre ontogenetische Entwicklung für die Psychologie zurückgewonnen. Insbesondere der von Boesch beschriebene Prozess der ›sekundären Subjektivierung‹ wird als derjenige herausgearbeitet, der zur Subjektivierung von Religion und damit ihrer Verankerung im Individuum führt.

Schlüsselwörter: religiöse Entwicklung, religiöses Urteil, Symbolische Handlungstheorie, Ernst E. Boesch, Subjektivierung


Religious development – A cultural psychological standpoint

Religion and its development during ontogenesis was no theme of (German) academic psychology for a long time. Psychologists left this field to topologists who developed various models and theories. The most prominent model is briefly presented and critically assessed. Following, religion and its ontogenetic development are regained for psychology with help of the symbolic action theory by Ernst E. Boesch. In particular, the process of ›secondary subjectification‹ is worked out as the one that leads to the subjectivity of religion and thus their anchoring in the individual.

Key words: religious development, religious judgment, symbolic action theory, Ernst E. Boesch, subjectification


Lars Allolio-Näcke
lars.allolio-naecke@fau.de

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